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Diabetes-Ratgeber

Diabetes ist eine Erkrankung, die den Alltag der Patienten in unterschiedlichem Ausmaß ein ganzes Leben lang beeinflusst. Die Blutzuckerkrankheit muss in das tägliche Leben integriert werden. Dies betrifft Bereiche wie Sport und Bewegung, Ernährung, Schwangerschaft, aber auch beispielsweise Reisen. Es ist wichtig, mit dem Diabetes bestmöglich umzugehen, ohne dass dies das eigene Leben zu sehr beeinträchtigt. Dies beginnt damit, alle Optionen im Umgang mit der Erkrankung zu kennen und optimal zu nutzen. In unserem Ratgeber zum Thema „Diabetes“ finden Sie wertvolle Tipps für Ihre Alltagsgestaltung.

Die Diagnose „Diabetes“ ist für viele erst einmal ein Schock. Heutzutage ist Diabetes dennoch sehr gut behandelbar und schränkt den Alltag kaum noch ein. Es ist wichtig, sich nicht verunsichern zu lassen und die Bedenken loszuwerden, dass der Diabetes den Alltag kontrolliert. Umfangreiche Schulungen durch Fachpersonal helfen dabei, den Diabetes im Alltag zu managen, sodass essen und trinken auch weiterhin Spaß macht. Entgegen früherer Meinungen, Diabetiker müssten einen strengen Diätplan einhalten, sollten sie sich eher ausgewogen ernähren und ausreichend bewegen. Denn jedes verlorene Kilo wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus und kann den Blutzuckerspiegel - vornehmlich bei Typ-2-Diabetes - senken. Es ist von großem Nutzen, sich in regelmäßigen Abständen körperlich zu ertüchtigen, sich realistische Ziele zu setzen, die erreichbar sind, und sich von den Erfolgen weiter motivieren zu lassen.

Eine gesunde Ernährung ist ein bedeutsamer Grundpfeiler in der Diabetestherapie. Sie unterstützt sowohl bei Typ-1 als auch Typ-2 Diabetikern die Behandlung.

So ist es bei Typ-1 Diabetikern wichtig, dass die zu spritzende Insulindosis an die aufgenommenen Kohlenhydrate angepasst wird. Auch die Art der Kohlenhydrate bzw. wie schnell diese in den Kreislauf gelangen, spielt eine wichtige Rolle. Kohlenhydrate aus Traubenzucker werden beispielsweise schneller aufgenommen als Kohlenhydrate aus Brot. Daher wirkt Traubenzucker schneller gegen eine Unterzuckerung.

Typ-2 Diabetiker, die keine Insulintherapie benötigen, sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten, d. h. fettiges, kalorienreiches und stark zuckerhaltiges Essen nach Möglichkeit vermeiden –Qualität statt Quantität.

Zur Vorbeugung weiterer Erkrankungen, wie beispielsweise Herzinfarkten oder Schlaganfällen, sollte möglichst auf fettreiche Nahrung verzichtet bzw. diese auf ein Minimum beschränkt werden. Schokolade, gebratener Speck, Sahne, Fleisch und Wurst oder Käseprodukte sollten beispielsweise reduziert werden, um dem Körper nicht unnötig viele Kalorien durch sogenannte Transfette zuzuführen.

Entgegen des allgemeinen Glaubens ist Zucker nicht strikt für Diabetiker verboten. Zumeist ist der Fettanteil in beispielsweise Süßigkeiten schädlicher für den Körper. Diabetiker sollten sich vornehmlich gesund und ausgewogen ernähren, dennoch ist der gelegentliche Griff zur Schokolade oder den Weingummis nicht bedenklich. Trotzdem muss beachtet werden, dass eine Menge von 30 bis 50 Gramm Zucker am Tag nicht überschritten wird. Es ist daher wichtig, die Nährwertangaben auf den Produkten sorgfältig zu lesen, um einen Überblick über die Zuckeraufnahme zu erhalten.

Bei der täglichen Eiweißzufuhr sollte darauf geachtet werden, dass die Eiweißmenge pro Tag nicht mehr als 10-20 % der Gesamtkalorienzufuhr einnimmt. Dies entspricht etwa 60 g bei einem erwachsenen, normalgewichtigen Menschen. Wichtig hierbei ist die Unterscheidung zwischen tierischem und pflanzlichem Eiweiß. Während tierisches Eiweiß biologisch wertvoller ist (bspw. mehr wichtige Aminosäuren aufweist), belasten pflanzliche Eiweiße z. B. die Nieren weniger. Es sollte also auch bei der Eiweißzufuhr eine ausgewogene Ernährung angestrebt werden.

Noch vor einigen Jahren wurde Diabetikern vom Genuss von Alkohol abgeraten, da die Aufnahme mit einer hohen Kohlenhydratzufuhr verbunden und somit als Tabu angesehen wurde. Dieses Bild hat sich mittlerweile geändert: Heutzutage wird die Meinung vertreten, dass auch Diabetiker Alkohol in geringen Maßen genießen können. Bei großen Alkoholmengen besteht allerdings die Gefahr einer Unterzuckerung. Grund dafür ist, dass der Alkoholabbau im Körper Priorität hat und somit kein Zucker verstoffwechselt werden kann. Dennoch gilt, jedes weitere Vorgehen immer mit dem behandelnden Arzt zu besprechen, da auch der Genuss von Alkohol individuell zu betrachten ist.

Sport nimmt im Leben vieler Menschen einen hohen Stellenwert für die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden ein. Sportliche Aktivität und ausreichend Bewegung wirkt sich auch bei Diabetikern positiv auf die Therapie aus. Dennoch gibt es auch hier Unterschiede zwischen Typ-1 und Typ-2 Diabetikern.

Bewegung ist kein essentieller Bestandteil in der Therapie eines Typ-1 Diabetikers, dennoch hat auch Sport eine positive Wirkung. Es ist wichtig, sich vor erstmaliger intensiver Bewegung mit dem behandelnden Arzt bzw. Diabetologen zu beraten und die Insulinaufnahme vor dem Sport gründlich zu planen. Grund dafür ist, dass die Bauchspeicheldrüse die Insulinausschüttung im Minutentakt anpasst. Da bei Typ-1 Diabetes die körpereigene Insulinproduktion ausfällt und Insulin zugeführt werden muss, kann es hier zu Problemen kommen. Auf sehr schnelle Veränderungen des Blutzuckerspiegels kann nur zeitlich verzögert reagiert werden. Wie sich die Bewegung auf den Zuckerspiegel auswirkt, ist individuell zu beurteilen und deswegen immer mit dem Arzt abzuklären. Die folgenden Informationen ersetzen keineswegs das Fachgespräch mit dem behandelnden Arzt. Es wird empfohlen, den Blutzucker vor, während und nach dem Sport sorgfältig zu messen. So kann im Idealfall bei dem Gespräch mit dem Arzt eine Tendenz erkannt werden, wie sich der Blutzuckerspiegel während der körperlichen Ertüchtigung verhält.

Hier einige Tipps für Typ-1 Diabetiker, damit die sportliche Betätigung so sicher wie möglich gestaltet werden kann und keine Stoffwechseleinbrüche befürchtet werden müssen:

  • Der Blutzuckerwert sollte vor Beginn der Bewegung bei < 250 mg/dl (14 mmol/l) liegen.
  • Bei einem normalen Blutzuckerwert ist es sinnvoll, vor dem Sport schnell verwertbare Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, um einer Unterzuckerung vorzubeugen.
  • Bei Blutzuckerwerten, die höher als der Normwert sind, kann der Blutzuckerwert durch den Sport im Normalfall auf ein ideales Level gebracht werden.
  • Um Unterzuckerungen nach dem Sport (beispielsweise in der Nacht) zu vermeiden, wird empfohlen, dem Körper abends noch ein paar langsam verwertbare Kohlenhydrate zuzuführen, damit der Körper auch über Nacht optimal versorgt ist.

Typ-2 Diabetiker können durch eine regelmäßige körperliche Betätigung ihr Immunsystem stärken - Bewegung ist der Schlüssel zu einer ausbalancierten Insulinwirkung.  Die Insulinresistenz ist genetisch bedingt, dennoch kann sie durch Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung verstärkt werden. Regelmäßige Bewegung (mehrmals pro Woche 30-60 Minuten) hat einen positiven Effekt auf Blutzuckerwerte, Blutfette, Blutdruck und Herzgesundheit. Inwiefern Sie Ihr Training steigern, hängt von Fitnessstand, Gesundheit und Alter ab. Auch für Typ-2 Diabetiker gilt, die geplanten Trainingseinheiten zuerst mit dem Arzt zu besprechen.